Wer unter Asthma leidet, weiß was es heißt, wenn einem buchstäblich die Luft ausgeht. Die Atemwege der Betroffenen sind vorübergehend, in manchen Fällen auch dauerhaft verengt, sodass das Luftholen schwerfällt. Meist macht sich die Krankheit anfallartig bemerkbar mit pfeifendem Atem und starkem Husten. Wichtig ist, dass du ärztlichen Rat einholst und dich einer angemessenen Behandlung unterziehst – denn wenn deine Lunge zu wenig Sauerstoff aufnimmt, lässt auch die körperliche und geistige Belastbarkeit deutlich nach.
Es fällt nicht leicht, sich auf das Leben mit einer chronischen Krankheit wie Asthma einzustellen, und es braucht Geduld. Doch dank gezielter Medikation und mit unterstützenden Maßnahmen (zum Beispiel regelmäßige Bewegung und Atemtechniken) kannst du eine Asthma-Erkrankung gut in den Griff bekommen und ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.
Allergisch oder nicht?
Bei Asthmatikern neigt das Immunsystem zu übersteigerten Abwehrreaktionen auf bestimmte Reize (Trigger). Es müssen aber nicht immer Pollen & Co. sein – die Ursache liegt auch manchmal im eigenen Körper. Deshalb unterscheiden Mediziner zwischen zwei Formen:
Allergisches Asthma: In der Fachsprache spricht man von extrinsischem („von außen kommendem“) Asthma. Die Reize dringen also aus der Umgebung in den Körper, indem du zum Beispiel Blütenpollen, Nahrungsbestandteile, Tierhaare und -ausscheidungen oder bestimmte Chemikalien einatmest.
Nicht allergisches Asthma: Die intrinsische („von innen kommend) Variante wird durch körperinterne Reize ausgelöst, etwa aufgrund von bakterieller oder viraler Atemwegsentzündungen. Die Einnahme bestimmter Schmerzmittel kann das sogenannte Analgetika-Asthma hervorrufen. Bei manchen Menschen lösen auch besondere körperliche und seelische Belastungen asthmatische Beschwerden aus.
Zuweilen lassen sich allergisches und nicht allergisches Asthma nur schwer voneinander abgrenzen, weil mehrere Faktoren zusammenspielen. Die Symptome gleichen einander ohnehin. Allein die Therapie kann entsprechend angepasst werden, etwa indem Allergiker ihren Auslöser kennen und vermeiden lernen.
Wie entsteht allergisches Asthma?
Bis zu 90 Prozent aller Asthma-Erkrankungen sind allergiebedingt und machen damit den Löwenanteil unter den Betroffenen aus. Asthma entwickelt sich häufig schon in der Kindheit oder in der frühen Jugend. Grundsätzlich ist dabei ein Allergen der Auslöser für einen Asthma-Anfall – typische Beispiele sind Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Aber auch Nahrungsmittel, Schimmel oder Medikamente zählen zu den Übeltätern.
Anders als ein gesunder Organismus, der mit diesen prinzipiell harmlosen Substanzen gut klarkommt, reagiert das Immunsystem des Asthmatikers mit einer Übersensibilität. Es hält die Stoffe für eine Bedrohung und produziert bestimmte Antikörper, das sogenannte Immunglobulin E (IgE). Die IgE-Moleküle setzen sich auf die Oberfläche von speziellen Zellen (Mastzellen) der Körperabwehr.
Beim ersten Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz bemerkst du davon noch nichts. Doch mit der Wiederbegegnung (zum Beispiel in der nächsten Pollensaison) kommt die Bescherung in Form einer allergischen Reaktion: Für die Mastzellen ist das ein Startsignal, Entzündungsstoffe wie etwa Histamin auszuschütten. Diese sorgen dafür, dass sich die Muskeln in den Bronchien zusammenziehen, die Schleimhäute anschwellen und zäher Schleim in die Bronchien abgesondert wird. Du musst husten, leidest unter Atemnot und pfeifender oder brummender Keuchatmung – ein klassischer Asthma-Anfall.
Diagnose und Behandlung
Dem Gespräch mit dem Arzt (Anamnese) solltest du besondere Aufmerksamkeit schenken. Je genauer du deine Beschwerden, die Krankheitsgeschichte und deine Lebensumstände schilderst, desto besser kann er deinen Fall einordnen. Bei einem körperlichen Check werden der gesundheitliche Allgemeinzustand sowie Herz-, Kreislauf- und Lungenfunktion getestet. Zur Sicherung der Diagnose können weitere Atemwegsuntersuchungen und Allergietests erfolgen.
Sehr wahrscheinlich wirst du als Asthma-Patient Arzneimittel bekommen – zum einen ein schnell wirksames Bedarfsmedikament (Reliever) für akute Anfälle und zum anderen ein Langzeitmedikament (Controller). In vielen Fällen reicht das Bedarfsmedikament aus, das du nur dann einnimmst, wenn du Beschwerden hast. Die Dauermedikation dient hingegen auch der Vorbeugung von Asthma-Anfällen, indem sie die ständig entzündeten Atemwege beruhigt.
Wo möglich, solltest du auch den Kontakt zu Auslösern meiden – etwa bei starkem Pollenflug nicht ins Freie gehe. Sport, Bewegung und Atemübungen können ebenfalls zu einer Linderung beitragen. Sie ersetzen zwar keine Arzneimittel, aber ergänzen sie sinnvoll. Welche Maßnahmen für dich am besten geeignet sind, besprichst du am besten mit deinem Arzt.
Quellen und weitere Informationen
https://www.gesundheitsinformation.de/asthma.html
https://www.asthma.de/asthma/arten/allergisch
asthma-check.de/schweres-asthma/asthma-typen-im-ueberblick/
